Bericht über die Renovierung der St. Nikolai-Kirche 1681



Quelle: Kirchenrechnungen Waldneukirchen 1681 (im Originaltext)

Alldiweilen auch schließlichen die ohne das verarmbte Filial und Sancti Nicolai Capällen, wie manniglich kundthan, folgen gestalten in Holz=Tageswerk=Kirchenthurm und all anderweitig zu Grundt gangen, dass man nit zeitlich höchstnotwenige Bauregerierung vorgesehen und mit Voggtischen Wissen und Confess vorgekehrt werde selbig in Kürze gan zu boden gefallen und wo nit gleichsamb mit unaufschwinglichen, wenigst mit gan großen Spesen und uncosten wiederumben zu erheben gewesen wehren.

Zumallen aber der dermallige Seelsorger und Pfarrer Hans Urbanus Kyer aus sonderbaren dahin zu dessen Patron dem heiligen Nicolao tragenden Devotion und wissen diese Kapällen solchen gestalten repariert, dass nit allein selbige de nove höchstbedürftig eingedeckt und neben zweyer Zimmer auch ein neuer Kirchenthurm alles zu langerem Maße roth angestrichen verfertigt.

Nitweniger ein neuer Hochaltar, mit dengleichen neuen Kirchenstuhlen hergericht, übersich ein neuer poden mit Mallerei gelegt, und also von Innen und Aussen, so den Augenschein zeigt mit allerhandt zirndt und solcher gestalten zu absonderlichen Lob und Ruhmb erhebt und zuegericht, dass mit Bereitschaft allerhandt baurequisiter und zur Contentierung der allerhandt zu gebrauchten Handtwerkleuth, so dessen eingereichte bayliegenden alle mit No.35 signierte und von No.1 bis 9 mit Beschreibung belegten Auszüg und Raitung mit mehrern remonstriert in die 570fl 8pf uncosten von Herrn Pfarrer pünktlich bezahlt und ausgelegt worden.

Indeme nun aber diese Summa das Gotteshaus und Pfarrkürchen St.Peter völlig aufzulegen beschwerlich fallen und auf einmahl in hiesiges Gottshaus durch frombe Pfarrkindtern von vielen Jahren hero vermachte, ohnedies gering und theils ungewissen Capitalien so weith hinein zugreiffen unaufschwinglich sein würde. Als hat vielgedachter Herrn Pfarrer als sonderbarer Benefactor diesen Nicolai Capällen sich dahin disponieren lassen, und resolvirt, dass selbigen nit mehrers als die allerseits würklich gegen Bescheinigung von Zöchpropsten eingefangenen 235fl dem Gottshaus in diese Raittung einstellen lassen, das Ubige aber alles mit 335fl 8pf /:weillen dass Gottshaus Waltneunkirchen eben drenglich paufälligkeit obhanden und das Irig selbst bedecken würdt :/ Urban sich nemben, dem heiligen Nicolao zu Ehren aufopfern und zur ewigen Gedächtnus schenken, und gleichwollen wegen diesen 235fl auf das Gottshaus und Pfarrkürchen St.Peter eine sonderbare reflexion machen woln. Wie dann auch der Heilige Nikolaus nit undankbar sein, sondern nach und nach durch eingehende Heilige Opfer und Verehrung dem Heiligen Petro dies refundirn und ersetzen würdt, also allhero dermallen nit mehrers pro: Ausgab kommt als obige 235 fl.



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